Thomas Rühle - Sanofi Pasteur MSD
Die Verantwortung für das Leben ist unteilbar

Armut ist wie eine gefährliche Infektionskrankheit. Sie breitet sich unaufhaltsam aus, zerstört das Leben und lässt sich erfolgreicher durch Prävention als durch akute Hilfsmaßnahmen bekämpfen. Wer in einer armen Region aufwächst, hat kaum Entwicklungschancen. Das gilt vor allem für die junge Generation. Die verarmten Kinder besitzen weder die Mittel noch die Kraft, sich gegen ihre Lebensumstände zu wehren. Sie fügen sich in ihr vermeintliches Schicksal und können leicht ihren Selbstbehauptungswillen destruktiv ausleben. Ihre Erwartungen an die Zukunft sinken auf ein Minimum. Nur langfristig angelegte Förderprogramme können ihnen eine neue Perspektive eröffnen.

Impfungen sind in unserer Gesellschaft eine Selbstverständlichkeit. Sie gehören zu den wirkungsvollsten und wirtschaftlichsten Instrumenten der Gesundheitspolitik, auch wenn sie noch nicht in dem Ausmaß zum Einsatz kommen, wie es für eine nachhaltige Prävention wünschenswert wäre. Von der weltweiten Bekämpfung der Armut lässt sich das noch nicht sagen. In vielen Teilen der Welt herrschen Elend und Not. Die davon betroffenen Kinder sind ihre schlimmsten Opfer, weil sie sich dagegen überhaupt nicht wehren können.

Warum erzähle ich Ihnen das? Wir wissen doch, dass wir die globale Armut bekämpfen müssen. Das sagt uns schon unser Gewissen, wenn wir zum Beispiel die Fernsehberichte aus den Notstandsgebieten sehen. Bei diesen Bildern fühle ich – wie viele andere auch – eine große Wut im Bauch und möchte spontan helfen. Doch wie passt die Hilfsbereitschaft in das Selbstverständnis eines nüchtern denkenden Unternehmens?